• Rechtsextremes Hausprojekt Adam-Kuckhoff-Str. 16 Halle

Pressemitteilung 05.11.2015

9. November: Erinnern heißt aktiv sein! - Halle gegen Rechts lädt ab 17 Uhr auf dem Marktplatz ein

Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage ruft dazu auf sich am 9. November 2015 ab 17 Uhr in Halle auf dem Marktplatz zu erinnern sowie friedlich und entschlossen Antisemitismus, Rassismus und rechter Propaganda entgegenzustellen.


Dafür wird 17.00 Uhr in verschiedenen Redebeiträgen und kurzen Lesungen an den 09. November 1938 und den tief verwurzelten Antisemitismus der deutschen Bevölkerung erinnert. Es schließt sich ab 17.30 Uhr der Protest gegen Rassismus und rechte Propaganda an, welche seit Monaten von den Montagsdemonstrationen ausgeht.


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden im ganzen damaligen Deutschen Reich Geschäfte von Juden und Jüdinnen zerstört, Friedhöfe verwüstet, Gebäude in Brand gesteckt. Durch das NS-Regime vorbereitet und gesteuert beherrschten SA-Schlägertrupps gemeinsam mit anderen Gliederungen der NSDAP und des Staates die Straßen. Sie inhaftierten, verschleppten und ermordeten Jüdinnen und Juden, plünderten ihren Besitz und zerstörten Synagogen und Gemeinden, unter reger und bereitwilliger Beteiligung der deutschen Bevölkerung, – auch in Halle. Die Nacht war Ausdruck des tief verwurzelten Antisemitismus der deutschen Bevölkerung, ihrer Bereitschaft nationalsozialistischer Propaganda willfährig zu folgen und Signal für den kommenden Holocaust.

Das historische Datum der Reichspogromnacht erinnert in besonderer Weise, warum es gilt, sich immer und jederzeit gegen jede Form des Antisemitismus, gegen jeden Rassismus und jede Ausgrenzung zu stellen. Die Montagsdemonstrationen behaupten, sie stehen für den Frieden. Aber für Frieden lässt sich nicht mit menschenfeindlicher Ideologie, Hass, Hetze und nicht mit antisemitischen Parolen streiten.


Wann: Montag, 09. November, 17.00 Uhr

Wo: Halle, Marktplatz

Ablauf:

17.00 Uhr - Erinnern: Redebeiträge

17.30 Uhr - Protest

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an Julia Burghardt (Sprecherin „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage") unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0177/6508791

Eine Grafik für die Verwendung in Ihrem Medium hängt an. Es wird an dem Tag getwittert auf twitter.com/HalggR mit #HAL0911

Hintergrundinformationen

„Lügenpresse“ und auch „Judenpresse“, wurde vor einigen Wochen skandiert, als die sogenannte Montagsdemo „für den Frieden“ durch Halles Innenstadt marschierte. Seit über einem Jahr ist sie Bühne für wahnhafte Verschwörungstheorien, rassistische Hetze gegen Geflüchtete, antisemitische Parolen und anti-demokratische, völkische Propaganda. Systematisch wird an einer rechten Querfront gebaut, einer Verbindung etablierter Begriffe und Ideen mit denen des Rechtsextremismus.

Angeführt wird die Bewegung von einem (nach eigener Darstellung) ehemaligen rechts-extremen Kader und Vertreter_innen neu-rechter Bewegungen. Getragen wird sie von all denen, die bereit sind, für diese rechte Propaganda unter falschen Fahnen auf die Straße zu gehen. Wo Freiheit für den Holocaustleugner Horst Mahler gefordert wird, wo von jüdischem Finanzkapital, das die Welt beherrsche schwadroniert wird, wo die neonazistische und rechtsextreme Brigade Halle in Mannschaftsstärke mit Fahne steht: dort geht es nicht um Frieden.

 

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