• Rechtsextremes Hausprojekt Adam-Kuckhoff-Str. 16 Halle

Pressemitteilung 22.10.2015 

Mehr als 1.500 Personen gingen gegen die AfD auf die Straße / Anschließend Übergriffe auf Teilnehmende des Gegenprotests

Gerade einmal sieben Tage vorher hatte die AfD in Magdeburg angekündigt, am 21.10. in Halle aufmarschieren zu wollen. Es blieb also nicht viel Zeit zur Vorbereitung, denoch gelang, mit Unterstützung der Bündnispartner_innen, eine große Demonstration gegen die AfD unter dem Motto „AfD stoppen! Rassismus entgegentreten! Menschenrechte verteidigen!“.

Mehr als 1.500 Menschen demonstrierten an verschiedenen Orten in Halles Innenstadt gegen die rechte Hetze.


Die AfD konnte mit etwa 500 Personen weit weniger als die angemeldeten 1000 Anhänger_innen mobilisieren. Der Demonstrationszug der AfD wurde durch Gruppen militanter Neonazis aus Halle und weiteren Orten dominiert. Wie zuletzt auch in anderen Städten stellte die AfD den organisatorischen Rahmen für erkennbar gewaltbereite Neonazis. Die Teilnehmer_innen mit „bürgerlichem“ Auftreten waren erkennbar in der Minderheit. Die Neonazis der „Brigade Halle“ bedankten sich noch am Abend über Facebook bei der AfD.


Die Afd sammelte ihre Anhänger_innen am Hallmarkt und zog von dort durch die Innenstadt zum Marktplatz, auf dem eine Kundgebung mit zwei Redebeiträgen und einer Gesangseinlage stattfand.
Die Gegenaktionen des Bündnisses „Halle gegen Rechts“ starteten mit einer Auftaktkundgebung an der Herrenstraße / Glauchaer Platz. Gegen die Rassisten_innen gingen auch Politiker_innen verschiedener Parteien auf die Straße, unter ihnen Sebastian Striegel MdL (Grüne), Henriette Quade, Jan Wagner, Swen Knöchel MdLs (Linke), Wulf Gallert Fraktionsvorsitzender (Linke), Bernd Wiegand Oberbürgermeister Halle (parteilos). „Die AfD hat hier keinen Fuß auf die Erde zu kriegen“, brachte Gallert die Redebeiträge auf den Punkt.


Direkt am Glauchaer Platz und an zahlreichen anderen Punkten wurde der rechte Aufmarsch durch lauten Gegenprotest begleitet. Am Eselsbrunnen kam es zu einem Blockadeversuch, welcher von der Polizei unter Einsatz von Pfefferspray und unmittelbarem körperlichen Zwang aufgelöst wurde. Nichtsdestotrotz konnte die AfD nur unter massivem Protest bis zum Markt gelangen, dort standen ihrer kümmerlichen Veranstaltung etwa drei bis viermal so viele Menschen gegenüber, die laut und deutlich die Redebeiträge von Alexander Gauland (AfD Brandenburg) und Andre Poggenburg (AfD Sachsen-Anhalt) im Lärm untergehen ließen.


Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot im Einsatz, Kräfte aus NRW wurden hinzugezogen, berittene Polizei wie auch BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) waren vor Ort. Sowohl am Hallmarkt als auch am Marktplatz wurden die Aufmarschplätze der AfD mit Gittern gesichert, die Abschlusskundgebung zusätzlich mit diversen Einsatzfahrzeugen, welche gleichzeitig die Sicht des Gegenprotests versperrten. Dennoch konnten immer wieder gewaltbereite Gruppen auf dem Hin- und Rückweg zum dem AfD-Aufmarsch Menschen anpöbeln und bedrohen.


Im Anschluss an die recht kurze Kundgebung der AfD kam es zu mehreren Angriffen von Teilnehmenden ihres Aufmarschs auf den Gegenprotest. Am Riebeckplatz wurde ein Bierkasten, Flaschen und andere Gegenstände auf Teilnehmende des Gegenprotests geworfen und „Sieg Heil“ gerufen. Die Polizei griff relativ schnell ein, es kam noch vor Ort zu Identitätsfeststellungen und Zeugenbefragungen. Laut Zeugenberichten kam es am Leipziger Turm zu Übergriffsversuchen auf einen Syrer. Zu Übergriffen mit mehreren Verletzten kam es am Rannischen Platz und am Franckeplatz, mindestens zwei Personen mussten stationär behandelt werden, nachdem sie von etwa 25 Rechtsextremen angegriffen wurden.


Wir bitten alle, die Opfer oder Zeuge_in von Angriffen auf Teilnehmende des Gegenprotests oder weitere Personen wurden, sich mit uns oder der Mobilen Opferberatung in Verbindung zu setzen (http://www.miteinander-ev.de/index.php?page=87) und wünschen allen Verletzten schnelle Genesung! Offen bleibt, wie es trotz solch massiver Polizeipräsenz zu diesen Angriffen kommen konnte und wir erwarten, dass die Polizei alle notwendigen Anstrengungen unternimmt, die Taten aufzuklären.


Nach unserer Abschlusskundgebung und dem Verschwinden der AfD-Anhänger_innen kam es unter dem Eindruck der Berichte von Angriffen Rechtsextremer noch zu einer Spontandemonstration von ca. 500 Menschen vom Markt vor das ehemalige Hotel Maritim, welches inzwischen als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wird. Mehr als 1.500 Menschen haben damit klar gemacht, dass sie an der Seite von Geflüchteten stehen und Rassisten_innen nicht die Straße überlassen, ganz gleich unter welchem Banner sie laufen. Die Hetze der AfD, ihr Hass, die Gewalt ihrer Anhänger_innen sind hier so wenig akzeptiert, wie Rassismus und völkisches Gedankengut. Danke an alle, die sich an den Gegenprotesten beteiligt haben, das war toll.
 
Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage
Große Klausstraße 11
06108 Halle (Saale)
www.halle-gegen-rechts.de
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